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Kleiner Ausflug in die Welt des Wohnens und des Heizens

Das Thema beschäftigt mich seit ich dieses Buch von Alfred Eisenschink gelesen habe.

Hierin empfielt er den Einbau einer Lüftungsklappe im Schlafzimmer, um im unteren Teil des Raumes, in welchem sich der Schlafende befindet immer frische Luft zu haben. Die Luft oberhalb der Luke und damit auch Wände und Decke bleiben warm und behaglich.

In seinen späteren Büchern widerruft E. diese Theorie mit Hinweis auf den enormen baulichen Aufwand, den er damit bei einigen Bauherren ausgelöst hatte und plädiert seitdem für das vollständig geheizte Schlafzimmer.

Zu diesem Zwiespalt gesellt sich jetzt unsere moderne Bauweise mit absolut dichten Fenstern und Luftwechselraten von 0,5 (50% des Raumvolumens werden pro Stunde ausgetauscht), welche in der Praxis teilweise sogar noch unterschritten werden.

Denn unabhängig von der Frage ob kalt oder warm muss man sich doch fragen: Wie viel Luft braucht denn der Mensch überhaupt? All die DIN-Normen, welche festlegen wie viel m³ Frischluft z.B. einem Konzertbesucher pro Stunde zustehen lassen wir hierfür ausser Acht.

Einfaches Beispiel:

In einem Schlafzimmer mit 20 m² Grundfläche und 2,5 m Raumhöhe schlafen zwei Personen (nach Eisenschink wäre es ja nur eine Person) in einem Raumvolumen von 50 m³. Der Mensch in Ruhe (davon gehen wir bei unseren beiden Schläfern aus) atmet ca. 0,5 m³ pro Stunde macht also 1 m³ pro Stunde.

Bei 1-fachem Luftwechsel pro Stunde mischen sich also 50 m3 Frischluft mit 0,037% CO2 mit 1 m³ Ausatemluft mit 4% CO2. Ergibt etwa 0,08% = 800 ppm CO2-Anteil.

Bei 0,5-fachem Luftwechsel ergibt sich ein Mischungsverhältnis von 0,16% = 1.600 ppm. Die maximal zulässige Arbeitsplatzkonzentration für CO2, der sogenannte MAK-Wert liegt in den USA bei 1.000 ppm. Liegt er dauerhaft darüber, kommt es zu Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen (wir kennen das aus der Schule und der Uni). Deutschland ist da großzügiger. Hier liegt der MAK-Wert bei 5.000 ppm.

Was passiert, wenn der Luftwechsel gegen 0,1 geht und sich dann 5 m³ Frischluft mit 1 m³ Ausatemluft mischen. Leider fehlt mir die Zeit, das einmal in einer Differentialgleichung auszudrücken und die CO2-Konzentration in Abhängigkeit der Zeit und der Luftwechselrate darzustellen.

Wäre das nicht eine schöne Aufgabe für angehende Baubiologen? Wer löst diese Gleichung und schickt mit die Lösung? Wenn die Aufgabe einen Denkfehler enthält bin ich für Hinweise ebenfalls dankbar.

Zusatzbetrachtung: Was ist mit den übrigen Gasen wie Mundgeruch, Schweiß, Gährgase aus dem Bereich der Verdauung?

Auszug aus nebenstehendem Buch von Wolfgang Maes:

"Ich habe die Schlafräume von zehn Ehepaaren überprüft. Früh am Morgen kurz vor dem Aufstehen und Lüften, gab es ausnahmslos über 1.500, einmal sogar über 3.000 ppm Kohlendioxid, nur weil die ganze Nacht die Fenster zu und der Raum dicht eingepackt in atmungsinaktive Bau- und Kunststoffe war. ... Ich möchte nicht wissen, wieviele Menschen morgens zerschlagen, unausgeschlafen, verspannt und verkatert aufwachen und alles für diesen Zustand verantwortlich machen — Formaldehyd, Felder, Gitternetze, Sorgen — nur nicht das richtige: schlechte Luft."